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In unserer Reihe „Zu Besuch bei“ interviewen wir regelmäßig Engagierte im Landkreis Göttingen zu den vielfältigen Themen, Geschichten und Aspekten ihres freiwilligen Engagements. 

Zu Besuch bei Margitta Kolle, Dorfmoderatorin in Spanbeck


Ein biographischer Rückblick auf die Weiterqualifizierung


Liebe Margitta, wieso bist Du eigentlich eine Dorfmoderatorin geworden?

Wahrscheinlich liegt der Grundstein dazu bereits in meiner früheren Jugend. In Jugendfeuerwehr und Sportverein aktiv, war es auch später selbstverständlich für mich, bei Veranstaltungen zu helfen und organisatorisch unterstützend mitzuwirken. Es war mir immer schon wichtig, meine Fähigkeiten in die Vereinsarbeit in verschiedensten Vereinen und Organisationen einzubringen und mich für das Wohl des Dorfes einzusetzen. 

Wie hast Du von dem Qualifizierungsangebot erfahren?

Erstmals las ich im Jahr 2012 von einer Qualifizierung zur Dorfmoderator*in. Leider konnte ich zu diesem Zeitpunkt aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen und dachte erstmal nicht weiter darüber nach. Als im Sommer 2014 im Gemeindeblatt meiner Heimatgemeinde ein Aufruf zur Qualifizierungsmöglichkeit zum Dorfmoderator*in angekündigt wurde, war mein Interesse erneut geweckt. 

Und wie hat es dann schlussendlich geklappt?

Die Inhalte der Qualifizierung deckten sich mit Themen, mit denen ich mich bereits beschäftigte und gern weiter vertiefen wollte oder Themen, die neu für mich waren und die ich gern kennenlernen wollte. Als ich dann vom Ortsrat meines Dorfes gefragt wurde, ob ich nicht Interesse hätte, diese Qualifizierung mitzumachen, sagte ich, zu ihrem positiven Erstaunen, sofort zu. Mein Entschluss bewegte ebenfalls unseren damaligen Ortsbürgermeister, diese Qualifizierung mitzumachen. So meldeten wir uns gemeinsam als Team zur Qualifizierung an und waren sehr gespannt, was uns erwartete.

Was habt ihr dann gelernt?

Seinerzeit war die Qualifizierung noch etwas anders gestaltet als es jetzt aktuell der Fall ist. Unsere Qualifizierung bestand aus 5 Modulen, d.h. 5 Wochenenden mit einem anschließenden Praxisjahr, in dem wir unser ausgewähltes Projekt umsetzen und dies anhand eines Reflexionsberichtes beschreiben sollten. 

Wir, eine Gruppe von 15 Teilnehmern, beschäftigten uns u.a. mit folgenden Themen: warum eigentlich Dorfmoderation, demographischer Wandel in den Dörfern . Wir erlernten Arbeitsweisen und Methoden, beschäftigten uns mit der Bedeutung von Nachbarschaft und dem dritten Sozialraum, behandelten die Dorfgeschichte und das Leben im Dorf heute, lernten die Dorfmoderation als Prozess kennen, diskutierten mögliche Baustellen und Konflikte und lernten, wie wichtig der Aufbau eines guten Netzwerkes ist.

Welche Kompetenzen baut man bei der Qualifizierung auf?

Die Erarbeitung der Themen in den einzelnen Modulen zeigte mir, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Meine Fähigkeiten zu Organisation, Kommunikation, Kooperation, Teamfähigkeit, Kreativität sowie positiven und empathischen Denkens und einer lösungsorientierten Grundeinstellung waren gute Grundlagen für die Qualifizierung und meine weitere Arbeit als Dorfmoderatorin.

Wie konntest Du die Kenntnisse in der Praxis umsetzen?

In unserem Praxisjahr hatten wir es uns zur Aufgabe gemacht, das im kirchlichen Besitz befindliche Gemeindehaus Alte Schule wieder als dörflichen Treffpunkt auszubauen. Dies ist uns gelungen und war Anstoß für weitere Maßnahmen, die wir in unserem Dorf planten und umsetzten. Gemeinsame Prozesse mit den Bürgern für die Bürger entwickeln und gestalten, für ein gutes Leben und Miteinander im Ort, für Jung und Alt, Neu- und Altbürger, heute und für die Zukunft, um dem demografischen Wandel entgegen zu wirken.

Wem würdest Du die Qualifizierung empfehlen? 

Grundsätzlich kann sich natürlich jede/r qualifizieren lassen, gut und sinnvoll ist es aber, wenn ein Interesse und Verständnis da ist, sich für und mit dem Dorf, bzw. den Mitbürgern für Belange des Ortes einsetzen zu wollen. Kommunikationsstrukturen und ein gutes Netzwerk sind sehr hilfreich. Als Dorfmoderator*in sollte man kein Einzelkämpfer sein, sondern immer ein Teamplayer. Vor allem ein guter Kontakt zu Bürgermeister, Ortsrat, aber auch dörflichen Akteuren ist wichtig, damit Prozesse gemeinsam angestoßen werden können.

An wen soll man sich wenden, wenn man Dorfmoderator*in werden möchte?

An das Referat für Demografie und Sozialplanung des Landkreises Göttingen. Ab Januar 2022 wird dort eine Koordinierungs- und Vernetzungsstelle der Dorfmoderation Südniedersachsen eingerichtet. Hier liegt der Schwerpunkt in der Beratung und Vernetzung der bereits qualifizierten und besonders der Aktivierung neuer interessierter Dorfmoderator*innen.

Vielen Dank für das Gespräch! 

(05.11.2021)

Kontakt

Margitta Kolle

Assistenz
Landkreis Göttingen, Referat Demografie und Sozialplanung
Reinhäuser Landstraße 4
37083 Göttingen

Beratung zum Dorfbudget, Dorfmoderation


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